Aurich/Wessin, 25. April 2026. Ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern: Im Rahmen des landesweiten EnergieTag MV hat der Energieparkbetreiber Alterric heute die Tore der Windparkbaustelle Wessin für die Öffentlichkeit geöffnet. Unter den zahlreichen Gästen begrüßte Alterric-Geschäftsführer Dr. Frank May auch André Konsolke, Staatssekretär im Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt und weitere regionale Partner.
Erlebnis Baustelle: Windenergie aus nächster Nähe
Im Mittelpunkt des Erlebnistages standen exklusive Einblicke in den Baufortschritt, die den Besucher:innen die beeindruckenden Ausmaße des Projekts unmittelbar verdeutlichten. Alterric-Expert:innen erläuterten vor Ort die logistischen Herausforderungen, die beispielsweise der Transport und die Montage der Rotorblätter mit einem Durchmesser von 138 Metern mit sich bringen. Ein familienfreundliches Rahmenprogramm mit Hüpfburg, Kinderschminken und einer Tombola rundete den Tag ab. Parallel zur technischen Besichtigung informierte Alterric über die begleitenden Naturschutzmaßnahmen, die fester Bestandteil des Genehmigungsverfahrens und der Projektplanung sind.
Zudem stand die finanzielle Gemeindebeteiligung im Fokus: Es ist vorgesehen, die umliegenden Gemeinden durch eine direkte Mitbetreiberschaft an einer der Windenergieanlagen am wirtschaftlichen Erfolg des Gesamtprojekts zu beteiligen. Darüber hinaus profitiert die kommunale und regionale Entwicklung künftig von stabilen Einnahmen aus Gewerbesteuern, Pachteinnahmen und Mitteln aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz.
Stimmen zur Veranstaltung
Staatssekretär André Konsolke betonte während der Besichtigung: „Der Windpark Wessin zeigt eindrucksvoll, wie Energiewende konkret vor Ort umgesetzt werden kann: Mit 85 Megawatt Leistung entsteht hier ein Projekt, das künftig Strom für rund 67.000 Haushalte liefern kann und zugleich Wertschöpfung in der Region schafft. Entscheidend ist, dass wir diesen Ausbau verantwortungsvoll gestalten – mit Blick auf Klimaschutz und Versorgungssicherheit. Die Beteiligung der Kommunen ist dabei ein wichtiger Schlüssel für Akzeptanz und langfristigen Erfolg.“
Dr. Frank May, CEO von Alterric, zog ein positives Fazit: „Grüner Strom ist heute das Fundament für Wettbewerbsfähigkeit und Chance wirtschaftlicher Entwicklung sowie die Schaffung neuer Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern. Mit der Einbindung einer eigenen Gemeindewindanlage stellen wir zudem sicher, dass die Menschen vor Ort direkt profitieren. Wessin steht damit beispielhaft für ein Modell, in dem industrielle Kraft und regionale Teilhabe Hand in Hand gehen.“
Das Projekt: 85 Megawatt für Mecklenburg-Vorpommern
Auf einer Fläche von über 210 Hektar entstehen derzeit 20 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 85 Megawatt, was rechnerisch der Versorgung von jährlich 67.000 Haushalten entspricht, etwa der Anzahl aller Haushalte der Landeshauptstadt Schwerin.
Die baulichen Dimensionen dieses 180-Millionen-Euro-Investments sind enorm: Rund 2.000 Betonmischer bewegen 14.000 Kubikmeter Beton und knapp 1.556 Tonnen Bewehrungsstahl für die Fundamente, während ca. 1.800 LKW-Transporte allein für die Anlieferung der Turmsegmente notwendig sind. Über 24 Kilometer Kabel mit einem Gewicht von 147 Tonnen werden verbaut. Technisch setzt Alterric auf ein getriebeloses, zu 85 bis 95 Prozent recycelbares Anlagenkonzept. Die Einspeisung erfolgt über das eigens erweiterte Umspannwerk Wessin.
Im Windpark Wessin kommt zudem eine so genannte bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung zum Einsatz: Das rote Blinken der Anlagen wird nur dann aktiviert, wenn sich tatsächlich ein Flugobjekt nähert. Die Technologie sorgt für deutlich dunklere Nächte in der Umgebung und reduziert Lichtverschmutzung auf ein Minimum.
Wertschöpfung für die Region
Von dem Projekt profitiert die gesamte Region: Lokale Betriebe wurden mit einem Auftragsvolumen von insgesamt 7 Millionen Euro eingebunden. Langfristig sichert das Vorhaben den umliegenden Gemeinden Steuereinnahmen von etwa 10 Millionen Euro über 20 Jahre sowie jährliche Zahlungen von 750.000 Euro auf Basis der durch das EEG ermöglichten, freiwilligen Kommunalabgabe. Hinzu kommen Pachterlöse für die Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern in Höhe von 2,2 Millionen Euro pro Jahr. Für den ökologischen Ausgleich flossen insgesamt 1,8 Millionen Euro in den Naturschutz und die Gestaltung des Landschaftsbildes.
